Denkräume als Plattform für partizipative Weiterentwicklung im Haus Götzis

MitarbeiterInnen Führung

Kurzbeschreibung

Im Haus Götzis werden drei- bis viermal jährlich sogenannte „Denkräume“ durchgeführt, die der Heimleiter und / oder die Pflegedienstleiterin planen und einberufen. Die Führungspersonen des Hauses nutzen die Denkräume, um Fragen, Ideen und Themen, die das Haus und seine Dienstleistungen betreffen, ergebnisoffen zu diskutieren und die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Vorschläge abzuwägen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus unterschiedlichen Organisationsbereichen, beispielsweise Pflege, Verwaltung und Hauswirtschaft, werden in den Austausch einbezogen. Um Freiraum zum Denken und Diskutieren zu schaffen, werden die Denkräume auch außerhalb des Hauses abgehalten.

Entstehungsprozess

Im Haus der Generationen gibt es die sogenannten Denkräume seit mehreren Jahren. Die Führungspersonen haben sie als Instrument eingeführt, um bei komplexen Aufgaben und Fragestellungen gemeinsam mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Lösungsansätze zu entwickeln, Ziele zu erarbeiten und Strukturen und Prozesse weiter zu entwickeln.

Dabei ging es von Beginn an um Herausforderungen, die innerhalb der täglichen Abläufe nur begrenzt bearbeitet werden können und große Teile der Organisation betreffen. Um kreative Lösungen zu entwickeln, nehmen die Führungspersonen die räumliche Trennung vom Alltag bewusst vor und beziehen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die am jeweiligen Thema besonders interessiert, kompetent und/oder betroffen sind, gezielt ein, Die Einbindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fördert deren Motivation, mitzugestalten und erarbeitete Lösungen gemeinsam umzusetzen. Die Themenwahl ist anlassbezogen und zukunftsorientiert, was sich über die Jahre sehr gut bewährt hat.

Ein Beispiel für die anlassbezogene Themenwahl ist die Zunahme der Anzahl an Fachsozialbetreuerinnen und -betreuer für Altenarbeit im Haus Götzis.

Weitere Denkräume wurden zu folgenden Themen abgehalten:

  • Denkraum zur Überarbeitung und Vertiefung der Tätigkeitsprofile der verschiedenen Berufsgruppen im Bereich Pflege und Betreuung bzw. die geplante Organisationserweiterung;
  • Denkraum zur Ideensammlung und Erarbeitung von Modellen, wie die in der Einrichtung vorhandene Qualität bestmöglich auf den neuen Teil der Einrichtung übertragen werden kann (Zeitplanung, Ressourcenplanung, Identifikation von Schlüsselpersonen und ‑rollen,…).

Zielsetzungen

  • Partizipative Weiterentwicklung der Organisation mit echter Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter;
  • Partizipative Projektentwicklung zum Erhalt der Arbeitsfähigkeit und zur Gesundheitsförderung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter;
  • Qualitätssteigerungen im Laufe der Jahre, z.B. Qualitätsverbesserungen beim Thema Essen und Trinken, beim Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Stichwort Skill- und Grade Mix), Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Organisationsbereichen, Implementierung eines komplexen Assessmentinstruments im Haus (BESA), erfolgreiche Vergrößerung der Organisation mit innovativen Wohnkonzepten u.v.m.

Auswirkungen

  • Die Denkräume haben positive Auswirkungen auf das organisationale Commitment, d.h. das Ausmaß der Identifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit der Einrichtung;
  • Organisationsintern vorhandenes Wissen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kann zur zukunftsorientierten Entwicklung der Organisation genutzt werden;
  • Die Einbeziehung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit unterschiedlichen Perspektiven im Unternehmen wirkt sich positiv auf die Effektivität, d.h. den Grad der Zielerreichung aus. Dieser ist auch bei bereichsübergreifenden, komplexen Weiterentwicklungen hoch.

Auf einen Blick

Organisation Sozialdienste Götzis im Haus der Generationen
Träger Sozialdienste Götzis GmbH
Qualitäts- und Ergebnisfelder
  • 2.1. Führung und Partizipation
  • 3.1. Unternehmenspolitik
  • 3.2. Qualität
  • 3.3. Organisation
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