Persönliche Bezugsbetreuung im Senioren- und Pflegewohnhaus Friedberg

BewohnerInnen

Kurzbeschreibung

Der Arbeit im Senioren- und Pflegewohnhaus Friedberg liegt das Konzept „Lebensräume Caritas“ zugrunde. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Haus sind nach der Eden Alternative® geschult. Dieses Konzept basiert auf humanistischen Werteprinzipien und verfolgt das Ziel, der oft empfundenen Einsamkeit, Nutz- und Hilflosigkeit sowie der Langeweile im Alter entgegenzuwirken.

Jede Bewohnerin und jeder Bewohner bekommt eine persönliche Ansprechpartnerin bzw. einen persönlicher Ansprechpartner zur Seite gestellt. Diese Lebensbegleiterinnen und Lebensbegleiter bringen die individuellen Wünsche und Bedürfnisse sowie biographische Gewohnheiten und Informationen in Erfahrung und lassen sie in den Pflege- und Betreuungsprozess über alle Bereiche im Haus hinweg einfließen.

Entstehungsprozess

Im Jahr 2007 führte das Caritas Senioren- und Pflegewohnhaus Friedberg die Eden Alternative® ein. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Bereichen Betreuung und Pflege, Verwaltung, Hauswirtschaft sowie der Haushandwerker wurden nach der Eden Alternative® geschult. Auch neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter absolvieren ein entsprechendes Schulungsprogramm.

Da der Träger und die Führungskräfte die Bezugsbetreuung durch „Vertrauenspersonen“ in der Langzeitpflege als sehr wichtig erachten, hat im Jahr 2009 eine Steuerungsgruppe, bestehend aus den Pflegedienst- und Hausleitungen von 3 Senioren- und Pflegewohnhäuser der Caritas der Diözese Graz-Seckau, ein Konzept zur Etablierung der Bezugsbetreuung erarbeitet.

Das Senioren- und Pflegewohnhaus Friedberg hat dieses Konzept als Pilothaus eingeführt. U.a. haben die Führungskräfte gemeinsam mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Stellenbeschreibung für die Lebensbegleiterinnen und Lebensbegleiter erarbeitet. Anhand der Stellenbeschreibung ist deren Aufgabenbereich definiert. Die Bereitschaft, nach „Eden“ zu arbeiten, ist eine Grundvoraussetzung für die Personalaufnahme im Haus.

Das Konzept für den Einsatz der Lebensbegleiterinnen und Lebensbegleiter als Teil der „Caritas-Lebensräume“ legt fest, dass jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter je nach Beschäftigungsausmaß bis zu maximal vier Bewohnerinnen und Bewohner begleitet und  in besonderer Weise für sie zuständig ist. Dabei wird sowohl bei der Zuteilung als auch bei der Betreuung auf individuelle Vorlieben und Wünsche der Bewohnerinnen und Bewohner sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Rücksicht genommen. Beispielsweise besorgen und überreichen Lebensbegleiterinnen und Lebensbegleitern persönliche Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke, und Bewohnerinnen und Bewohner erhalten nicht – wie vor Einführung des Konzeptes üblich – einheitlich alle die gleichen Geschenke.

Die Lebensbegleiterinnen bzw. Lebensbegleiter erstellen für jede Bewohnerin und jeden Bewohner eine Biographiemappe. Sie erheben die Biographien laufend und ergänzen die Biographiemappen bei Bedarf.

Auf Wunsch der Bewohnerinnen und Bewohner sowie der Angehörigen wird im Zimmer das Bild der jeweiligen Lebensbegleiterin bzw. des Lebensbegleiters platziert, um die Orientierung zu erleichtern.

Zielsetzungen

Durch die Bezugsbetreuung können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die individuellen Wünsche und Bedürfnisse sowie biographischen Gewohnheiten der Bewohnerinnen und Bewohner besser eingehen. Es entsteht ein besonderes Vertrauensverhältnis zwischen Lebensbegleiterin bzw. Lebensbegleiter und der Bewohnerin bzw. dem Bewohner.

Dabei geht es nicht darum, Angehörige zu ersetzen. Vielmehr verstehen sich die Lebensbegleiterinnen und Lebensbegleiter als Bindeglied zu den Familien und Freundinnen und Freunden der Bewohnerinnen und Bewohner.

Auswirkungen

Das Betreuungsmodell mit den Lebensbegleiterinnen und Lebensbegleitern lässt viel Individualität zu. Es entstehen dadurch wunderschöne Freundschaften. Ein familiärer Umgang prägt das Bild unseres Hauses nach außen.

Auf einen Blick

Organisation Caritas Pflegewohnhaus Friedberg
Träger Caritas der Diözese Graz-Seckau
Qualitäts- und Ergebnisfelder
  • 1.1. Orientierung auf Biographie und Lebensstil
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